Die 35 besten Horrorsoundtracks und meine Top 5

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Horrorfilm-Soundtracks

Schöne Liste beim Rolling Stone. Dort wählten Musiker wie u.a. Geoff Barrows (Portishead, aber auch Soundtrack-Arbeiten), Mike Patton (Faith No More, Fantômas) u.a. die 35 besten Horrorfilmsoundtracks. Die rein männliche Jury wählt allerlei Standards, aber einige Überraschungen gibt es dennoch. Einige Filme wie z.B. “Die unheimliche Macht” (“The Keep”, 1983), “Kwaidan” (1964) oder “The Boogeyman” (1980) sagten mir bisher auch gar nichts. Viele der Soundtracks wie z.B. “Zombi 2”, “The Wicker Man” oder die zu den Kubrick und Carpenter-Filmen habe ich selbst im Plattenschrank. Hier also meine eigene Top 5.

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Star Wars Episode IX – Der finale Trailer

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Ich bin weiterhin Fan. Ich mochte auch “The Last Jedi” und “Solo” fand ich bei weitem nicht so schlimm wie erwartet. Bei allem neuen Disney-Star-Wars-Zeugs war ich super unterhalten. Und “Rogue One” ist tatsächlich einer meiner liebsten Filme im Universum. Dementsprechend catcht mich der Trailer sehr, vor allem wegen C3PO.

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Nevermind the Vinyl: Fink – Loch in der Welt

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Der Start einer neuen Serie. Alben, die es nicht auf Vinyl gibt, aber geben sollte. Ich bin Fan. Also von Vinyl und von allen Alben, die ich in dieser Serie vorstellen werde. Schon vor einiger Zeit schrieb ich darüber, wie ich meine CD-Sammlung langsam dezimiere. Ohne in die Kisten zu gucken, in denen meine Sammlung verstaut ist, führe ich eine Liste von Alben, die mir wichtig sind. Und wenn mir eine CD wirklich sehr sehr sehr wichtig ist, dann würde ich sie lieber auf LP haben als auf CD. Dabei kommt es immer wieder mal vor, dass das Werk gar nicht auf Vinyl zu haben ist. Dies also als Ursprungsgeschichte dieser neuen Serie.

Fink - Loch in der Welt

“Ich hab das Loch in der Welt gesehen
Ich hab reingeschaut
Jetzt weiß ich wo sie den tag andrehen
Und wer die stunden zerkaut”

Ich glaube auf Fink kam ich durch die VISIONS, die ich damals regelmäßig las. Vielleicht war es aber auch das Musikvideo zu “Ich kümmere mich darum”, das auf VIVA 2 ab und an über den Bildschirm flimmerte. So genau weiß ich das nicht mehr.

Ich weiß auf jeden Fall, dass es so ca. zur Veröffentlichung von “Mondscheiner” (amazon-Partnerlink) war, also 1999. Im Laden in der großen Stadt nebenan, die rückblickend auch noch sehr klein war, gab es dann “nur” eine CD und dann kaufte ich eben die. “Loch in der Welt” (amazon Partnerlink) war neu für mich.

Ich war fasziniert von dem Sound. Trocken, treibend und spröde, dazu diese Stimme. Nils Koppruch war nonchalant und lakonisch. Dass die Band dann auch noch mit “Sie wollen uns erzählen” Tocotronic coverte fand ich natürlich super. Die hatte ich schon live gesehen und ein zwei Lieder auf der Gitarre gelernt.

Natürlich sprachen mich auch die Texte an und bis heute kann ich nicht genau sagen warum. Manches erscheint mir banal, aber genau das war es wohl. Fink sangen in meinen Ohren über die Langeweile in meinem Kaff und waren selbst nicht langweilig. Das Loch in der Welt war genau hier, im Keller meines Elternhauses und ich war derjenige, der die Stunden zerkaute. Der, der wartete und wartete, dass nur irgendwas passierte. Mein Tag war ein Grab und ich wartete und wartete. Ich wartete darauf, dass mir jemand erklärte worauf ich denn überhaupt wartete. Ich saß daheim und dachte nach über verpasste Gelegenheiten und störte mich an dieser Stelle, die mich kratzte und quälte. Und auch die nächsten Jahre weiter quälen und wie ein Hund heulen sollte. Und niemand hörte den Hund außer mir.

Doch des eines Mannes Unglück ist des anderen Mannes Glück, denn so hatte ich ja jetzt einen Grund diese Stadt zu verlassen. Ich konnte ja auf Konzerte fahren und Fink ansehen. Und ich weiß nicht wie oft ich es tat, aber ich weiß, dass ich es sehr oft tat.

Und dann waren Fink ja auch noch “Kantrie”. War das eine eigene Szene? Es gab zumindest einen Sampler. “13 Golden Kantrie Greats” auf denen Bands und Musiker*innen aus Hamburg Folk und Country interpretierten. Und ich las die Booklets durch. So kam ich auf Peta Devlin, die u.a. bei Cow spielte, wo auch Ecki Heins spielte, der wiederum auf Alben von Fink zu hören war. Ich kaufte mir ein Akkordeon, ein Banjo und eine Schlaggitarre und beschloss jetzt auch sowas zu machen. So kam ich zu meiner ersten Band, die niemals eine war, aber auf dem ersten Album doch sehr verdächtig nach Fink klang ohne jemals nur ansatzweise so gut zu sein.

2006 lösten sich Fink auf. Mit ihrem selbstbetitelten Album von 2001 lieferten sie imho ihr Meisterwerk. 2012 verstarb Nils Koppruch viel zu früh und zwei Jahre später erschien eine Werkschau mit allen Alben auf Trocadero. Mit dabei auch die ersten beiden Platten, die bis heute nicht auf Vinyl erschienen sind.

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Leo Fischer über “Political Clickbait”

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Anlässlich Halle schrieb Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, einen Leitartikel in der WELT der allerlerlei Gründe für den antisemtisch-rassistischen Terroranschlag suchte, dabei aber einen Ruck nach Rechts propagierte.

Mittlerweile durfte Deniz Yücel im selben Medium hinter der Paywall widersprechen. Manche Leute können es besser formulieren als ich es je könnte. Und Leo Fischer bringt es bei Neues Deutschland im Kommentar “Ein wirres Manifest” auf den Punkt:

“Wenn man mit Medienmenschen über die Transformationen der Branche spricht, ist oft die Rede von »Kanälen«, von »maßgeschneiderten Angeboten«, von der »persönlichen Nutzererfahrung«. Damit meinen sie, dass sich zumindest die Onlinemedien ihrer redaktionellen Verantwortung weitestgehend entzogen haben, gar nicht erst versuchen, so etwas wie eine Blattlinie herzustellen, sondern völlig unvereinbare Ansichten und Haltungen gleichermaßen transportieren, um möglichst unterschiedliche Zielgruppen zu bedienen.


So können auf der Homepage einer ehedem liberalen Tageszeitung gleichzeitig ein Leitartikel, in welchem vor Rechtsradikalen gewarnt wird, und diffuse Räuberpistolen über »Ausländergewalt« erscheinen – durch das »individualisierte Nutzererlebnis« sieht man bevorzugt die Nachrichten, denen man selbst zuneigt. Der Kunstfertigkeit der Redaktion obliegt es, dafür zu sorgen, dass sich die beiden Zielgruppen nicht allzu sehr in die Quere kommen. “

Ich klebe mir das nicht nur als Leseempfehlung in den Blog, sondern auch als weiteren Baustein für das was ich “Political Clickbait” nenne, mehr dazu findest Du hier. Der vermeintlich unideologische Meinungspluralismus liefert Platz für rechte Inhalte, neuerdings auch auf Seite 1.

Interessante Anekdote: Ich erinnere mich wie ein homophober Text von Matthias Matussek und die dazugehörige Replik von Ulf Poschardt in der WELT mich über diese Praxis haben nachdenken lassen und Anlass für diese Reihe waren. Das war 2014. Bemerkenswert, wo Matussek mittlerweile angekommen ist, und was derzeit auf Seite 1 der WELT geschrieben wird.

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Neue eigene Website

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daniel-decker.de

Ich hab mal ein bisschen Zeit investiert und eine kleine Webseite unter www.daniel-decker.de eingerichtet. Bisher leitete die Domain auf meine Facebookseite weiter, die vor allem meiner Musik gewidmet ist. Aber über all die Jahre habe ich so viel Zeug gemacht. Vor allem eben als “Autor”, aber auch als “Musiker”. Daher habe ich mir überlegt wie ich all das in eine übersichtliche Form bringen kann. Deshalb ist das ganze als Mind-Map gestaltet. Das hat leider den Nachteil, dass mobil die Seite (bisher) nur eingeschränkt funktioniert, aber wenn ich mal wieder Zeit finde mach ich da was.

Alles in allem war das ganz nett die ganzen Projekte Revue passieren zu lassen. Schade ist, dass ich manche Sachen gar nicht selbst (mehr) besitze. Ich habe leider gar keine CD mehr von Quotenrocker (Amazon-Partnerlink), einem Sampler mit deutschsprachigen Versionen internationaler Hits, den ich zusammen mit Gunther Buskies von Tapete Records zusammenstellte.

Auch das Taschenbuch von den Murmel Comics (Amazon-Partnerlink) ist über die Jahre verschwunden. Wie auch immer, so ganz vollständig ist das Ganze immer noch nicht. Aber ich werde das immer mal wieder ergänzen.

Daniel Decker - Alle Projekte als Mind-Map
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Circuit-Bending: Speed-Mod für Kassettenspieler

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Speed-Mod Cassette-Player

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich nun damit Kassetten und die dazugehörigen Geräte als Musikinstrumente einzusetzen. Gestern habe ich dann einen billiges transportables Gerät (2 Euro auf dem Flohmarkt) gemoddet. Ich weiß gar nicht ob ich das wirklich Circuit-Bending nennen darf, denn eigentlich wurde nur ein Poti ausgetauscht und an eine andere Position gebracht.

Was mich sehr überraschte war nämlich, dass dieser Kassettenspieler – wie scheinbar auch viele weitere – bereits über einen Trimpoti verfügen mit dem sich die Abspielgeschwindigkeit einstellen lässt. Also musst Du nur diesen Poti durch einen anderen austauschen und somit zugänglich machen. Eine super Anleitung dazu findest Du hier.

Ich hatte scheinbar nicht den richtigen Poti zu Hand und hab einfach etwas eingebaut was rumlag. Damit ist der Regelweg recht schnell in der zweiten Hälfte, dennoch spielt das Teil von enorm langsam bis ziemlich schnell ab. Da am Ende des Regelwegs des Potis nur noch die Geschwindigkeit “Chipmunk” ohne jegliche Variation bleibt, habe ich das Teil auch gleich so getauft: “The Chipmunk 1.0”

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Political Clickbait – Der Rechtsruck der NZZ

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Mit Rechten reden

Die Neue Züricher Zeitung (NZZ) ist ein traditionsreiches Blatt. Bereits seit 1780 erscheint das Blatt nun und hat eigentlich den Ruf eines bürgerlich-liberalen Blattes.

Das änderte sich ab 2015 mit der Einberufung des konservativen Eric Gujer als Chefredakteur. Ab 2016 sorgt auch der Feuilletonchef René Scheu für die Neuausrichtung des Blattes, die immer wieder bestritten wird.

2017 wollten viele Redakteur*innen den politischen Richtungswechsel des Blattes nicht mittragen und verließen die Zeitung. Eine von ihnen war die Journalistin Sieglinde Geisel, die nach 20 Jahren das Feuilleton verließ, weil ihrer Ansicht nach zunehmend rechte Meinungen und ein “giftiger” Ton die Kommentare bestimmen würde.

Chefredakteur Gujer verteidigt die rechtskonservativen Inhalte als Meinungspluralismus. Auch die Zahlen geben ihm Recht, wo die NZZ im Print verliert, gewinnt sie online dazu.

Mittlerweile sieht sich die NZZ als Gegenangebot zu deutschen “Mainstream-Medien”, die mal komplett als “grün” gelabelt wurden. So ein Text im Juni dieses Jahres. Der Artikel von Wolfgang Bok ist ein Meinungsstück, das Fakten ignoriert und damit AfD-Wähler*innen genau so erreicht wie Hans-Georg “Es gab keine Hetzjagd” Maaßen.

Die Inhalte der NZZ provozieren und sorgen so für Klicks. Fridays-For-Future mit der Hitler-Jugend vergleichen? Kein Problem! Begriffe wie “Biodeutsche” droppen? Yes! Und so verteidigt Gujer wie auch schon vor zwei Jahren weiterhin die Ausrichtung des Blattes. Nein nein, nichts zu sehen, wir sind die Mitte. Nicht rechts. Wir kriegen auch von rechts Kritik, dann können wir ja gar nicht rechts sein.

Interessant an dem Ganzen ist, dass Gujer vermutlich wirklich so denkt und in erster Linie die Auflage und Verbreitung im Sinn hat. So beackert die NZZ immer öfter rechtspopulistische Themen für Deutschland. Logisch, dass damit die potentielle Leserschaft erweitert wird. Mehr Leser*innen als in der Schweiz gibt es im deutschsprachigen Raum schon, aber dafür müssen die Themen halt auch z.T. Deutschland-spezifisch werden. Um so steiler die Thesen um so besser die Klicks, denn Zustimmung wie Ablehnung verbreiten solche Artikel (weswegen in diesem Post kein einziges mal auf die NZZ direkt verlinkt wird!)

Gujer betreibt aus meiner Sicht genau das, was ich vor Jahren als “politischen Clickbait” betitelte und zu dem ich immer wieder kleinere Posts droppe. Mit provokanten Themen, vornehmlich von Rechts, werden die Klickzahlen und damit die Umsätze gesteigert. Nur Richard Schmitt, der ehemalige Chefredakteur von krone.at, ist da deutlicher.

Der Blick auf Zahlen statt Inhalte führt hierbei zu einer Normalisierung. Der NZZ hilft dabei, dass in der Schweiz mit der SVP eine nationalistische rechtspopulistische Partei seit 1999 die grösste Fraktion in der Bundesversammlung bildet. Ton und Vokabular, das die AfD hier versucht zu normalisieren, ist in der Schweiz bereits Normalität.

So muss sich das Medium auch gar nicht großartig verbiegen um AfD-Sprech in ihrem Feuilleton unterzubringen. Sie sollten sich allerdings bewusst sein wem sie damit dienen.

Um da mithalten zu können müssen deutsche Medien nachziehen. Da wird dann auch mal Alice Weidel als vermeintliche Klimaexpertin geladen.

Update 24.09.2019:
Philipp gab mir auf Twitter den Hinweis, dass die Zahlen der NZZ ebenfalls für die Ausrichtung Richtung Deutschland sprechen. Die Uniques nehmen zu während der Anteil Schweiz zurückgeht. Das scheint zu Bestätigen, dass zunehmend ein deutsches Publikum die NZZ liest.

Finde ich auch rechtlich interessant. Ein Presse-Angebot aus dem Ausland, das sich gezielt an den deutschen Markt wendet.

Korrektur:
Richard Schmitt ist seit August diesen Jahres nicht mehr bei krone.at, sondern zu oe24.at gewechselt. Desweiteren außereuropäisch bei Ausland gestrichen.

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